So jetzt sind wir eine Woche hier, haben alles organisiert und sind total happy es so gut erwischt zu haben. Die Anreise war etwas anstrengend, sie dauerte doch 38 Stunden. Wir übernachteten in Madrid in einem Hotel und am Flughafen in Bogota. Ich muss sagen, die Nacht in Bogota war nicht so bequem. Beim Anflug auf Ibagué war uns schon ein bisserl mulmig. Normalerweise sieht
man ja Landepisten, andere Flugzeuge und Gebäude, doch hier sind wir in ein Tal reingeflogen sahen nur bewaldete Berge, Wiesen, kleine Bäche und vielleicht ein paar Bauern die am Feld arbeiteten. Plötzlich haben wir mit unser Fokker aufgesetzt auf einer recht gut asphaltierten Straße, wie sich später herstellen sollte, die einzige ohne riesen Schlagloch oder irgendeinem Hindernis.
Unsere Freundin Gloria erwartete uns schon am Flughafen, weil wir ein bisschen Verspätung hatten. Wir frühstückten gemeinsam bei ihr zu Hause und danach sind wir gleich zu unseren Familien gefahren. Wir wurden sehr herzlich empfangen. Gerhard bezog sein Zimmer und ich bekam meines auch gleich in der Nachbarschaft. Die Zimmer sind etwas klein, aber man braucht sie ja eh nur zum Schlafen.
Die Quartiere waren bezogen, damit konnten wir mit den organisatorischen und den behördlichen Wegen beginnen. Mobile freischalten, bei der DAS registrieren lassen. Das war was Spezielles. Einige Dokumente ausfüllen, spezielle Passfotos machen, Kopien, Blutgruppe bestimmen, Augenerkennung, Fingerabdrücke von jedem einzelnen Finger und und und. Danke Gloria, das du bei uns warst! Ach ja fast hätt ich es vergessen, vor diesem Gebäude werden einem das Mobile und die Camara abgenommen. Man wird durchsucht und der Herr Kollege steht nehmen einem mit vollautomatischer Waffe im Anschlag. Super Gefühl.
Weiter zum ersten kleinen Stadtrundgang. Anscheinend sind wir kleine Attraktionen hier. Wir werden beobachtet und dann wir getuschelt. Dasselbe passiert auf der Universität. Soweit wir informiert sind gibt es drei ausländische Studenten. Ein Tscheche Namens Martin und wir zwei.
Es gibt ca. 5000 Studenten auf der Universität Ibagué. Das Universitätgelände ist umzäunt und man kommt eigentlich nur mit Ausweis hinein. Es sind fünf Fakultäten auf diesem Gelände untergebracht. Wir besuchen Vorlesungen aus drei Fakultäten. Nach anfänglichen Problemen mit dem Stundenplan ist soweit alles organisiert, alle Leiter der einzelnen Fakultäten waren sehr hilfsbereit, sehr freundlich und unterstützten uns total beim Organisieren.
Am Wochenende waren wir natürlich schon ein bisschen unterwegs. Die meisten Lokale haben nur kleine Räumlichkeiten im Gebäude. Es spielt sich alles draußen ab. Die bestbesuchte Disco am Wochenende ist das Tereque. Es ist eine Freiluftdisco. Das warme Klima trägt das seinige dazu bei, dass man einige Zeit braucht um das Gesehene zu verarbeiten. Meist bestellt man pro Tische eine Flasche Aguardiente und dann startet man sofort das Tanzbein. Salsa, Merengue und wie sie alle heißen, unglaublich. Das bekannteste Bier „ Aguila“ ist etwas leichter als bei uns das Dreh&Trink, aber gut zu trinken. Gestern haben wir in unserem "Stammpub" den ersten Titel verliehen bekommen. Buen cliente! Soweit mal ein "kleiner" Bericht aus Ibagué.